Traumatherapie mit EMDR und Brainspotting

Was ist EMDR?

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist keine neue Therapierichtung, sondern ein schulenergänzendes Zusatzverfahren.

Die Verarbeitung belastender Gedächtnisinhalte und starrer Überzeugungen im Selbstkonzept geschieht durch therapeutisch angeleitete Konzentration auf die innere Wahrnehmung. Die psychodynamisch-behaviorale Behandlungsmethode EMDR gehört nach Jahren kritischer Forschung heute zum internationalen Behandlungsstandard.

Es handelt sich um eine visuell-konfrontative, entspannende und stark unterstützende Methode. Bilateral wechselnde Sinnesreize (induzierte Augenbewegungen, Antippen der Hände, Schnippen mit den Händen) bringen die Verarbeitung und Integration traumatischer Erfahrungen neu in Gang und führen sie zu Ende (Francine Shapiro, EMDR - Grundlagen und Praxis. Handbuch zur Behandlung traumatisierter Menschen. 2. Aufl., Junfermann Verlag, Paderborn 2001.)

EMDR - wissenschaftlich anerkannt!

Laut Gutachten, § 11 PsychThG vom 6. Juli 2006, kann EMDR bei Erwachsenen als Methode zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung als wissenschaftlich anerkannt gelten. Gutachtentext

EMDR ist von der APA, der American Psychological Association, und der ISTSS, der International Society for Traumatic Stress Studies, als wirksam anerkannt und gewinnt von Tag zu Tag an Bedeutung. Derzeit gibt es weltweit über 53.000 darin ausgebildete Therapeuten.

EMDR vom Gemeinsamen Bundesausschuss anerkannt

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16.10.14 in Berlin beschlossen, dass EMDR ganz offiziell im Rahmen eines umfassenden Behandlungskonzeptes der Verhaltenstherapie, der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie oder der analytischen Psychotherapie angewendet und abgerechnet werden kann. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zunächst zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

Was ist Brainspotting?

Brainspotting ist eine tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren zur Traumaverarbeitung, das 2003 von dem New Yorker Psychoanalytiker Dr. David Grand entwickelt wurde. Das Vorgehen knüpft an die Traditionen von Somatic Experiencing und EMDR an, führt aber methodisch weit darüber hinaus. Das Ziel ist, eine besondere Genauigkeit und Behutsamkeit bei der Steuerung der Traumaverarbeitung zu erreichen.

Brainspotting unterstützt die natürliche Kompetenz des Gehirns zur Traumaverarbeitung ohne therapeutische Hypothesen oder Deutungen, sondern durch eine akzeptierend und neugierig beobachtende Grundhaltung.

Lesen Sie, wie Brainspotting funktioniert: Trauma und dessen Erinnerung im Körper



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