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Ulrike Ehlert, Universität Zürich, Klinische Psychologie II, Schweiz
Psychoneuroendokrinologische Faktoren, die den Beginn und die Erhaltung einer PTBS fördern

Es ist gut zu wissen, welche Faktoren die Entstehung einer PTBS begünstigen und welche zu physiologischen Dysregulationen führen. Ein Trauma ist immer eine Präkondition für die Diagnose PTBS, deren Unterhalt durch verschiedene Faktoren aber erhöht wird. Dazu gehört die Komorbidität mit anderen psychischen Stöungen, die Anzahl kritischer Lebensereignisse und Retraumatisierung. Die Symptome der komplexen Psychopathologie aber führen zu endokrinologischen Dysregulationen, die genauso mit den wichtigsten Symptomen im DSM-IV übereinstimmen können.

Symptome und hormonelle Dysregulation:

Es wurde eine Längstschnittstudie über relative Traumatisierungen im Job bei der Feuerwehr präsentiert:
Sample: N= 50 zu Beginn der Feuerwehrausbildung (1997- 2000)
4 Kohorten von 8 deutschen Feuerwehreinrichtungen
Ausschlusskriterium: Psychiatrische oder chronische Symptome

Assessment: Selbstbeurteilungsfragebögen, Endokrinologische Parameter, Immunologische Parameter. Das Assessment wurde zu Beginn der Ausbildung, nach 6, 9, 12, 24 Monaten durchgeführt. Nach einem Jahr ergaben sich folgende Resultate: Personen mit PTSD- Symptomen haben eine signifikant höhere Rate an Alexithymia als Personen ohne PTSD Symptome. Je höher die Rate der subjektiven Belastung im Einsatz im letzten Monat, desto höher der Level von Cortisol. Feuerwehrleute mit einer hohen Anzahl von Distress-Einsätzen in den letzten 6 Monaten, haben eine signifikant höhere Cortisolsensitivität im Vergleich zum ersten Messpunkt.

Nach zwei Jahren zeigt sich ein signifikant niedriger Level von Cortisol gegenüber der Baseline und dem Wert des zweiten Messpunktes (nach einem Jahr), und es finden sich Prädiktoren für PTSD: hohe Aggressivität und geringe Selbstwirksamkeit.

Damit wird die These gestüzt, dass psychische Faktoren für die Entwicklung einer PTBS mit verantwortlich sind. Es bleiben unbeantwortete Fragen: Welche Rolle spielen der Einfluss anderer psychiatrischer Stöungen wie die Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Alkoholabusus bei der Entwicklung von endokrinologischen Parametern? Welche Effekte sind zu erwarten bei pränatalem Stress oder traumatischem/chronischem Stress in der frühen Kindheit? Was müssen wir wissen über die unterschiedlichen Effekte von CRH (genetischer Einfluss) bei unterschiedlichen Traumaarten und der entsprechenden endokrinologischen Reaktion?



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