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Gottfried Fischer, Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Köln, Deutschland
Mehrdimensionale Psychodynamische Traumatherapie(MPTT)

MPTT ist ein von Gottfried Fischer entwickeltes integratives Verfahren, das imaginative, kognitive und behaviorale Elemente mit EMDR und einem psychodynamischen Konzept der Beziehungsgestaltung und Therapieplanung verbindet.

Zur Frühdiagnostik und Prognose von Traumafolgen wird der Kölner Risikoindex (KRI, Fischer & Riedesser 1998) als Messinstrument eingesetzt.

MPTT besteht aus einem Diagnostikmodul mit Interviewformat, das sich zur Krisenintervention und zur sozialen Betreuung mit Begleitung von Patienten eignet. Besonders hilfreich ist der Einsatz von MPTT in der Trauma-Akuttherapie, bis zu drei Monate nach dem traumatischen Ereignis.

Die Folgen eines Traumas und die Entwicklung psychischer Prozesse lassen sich in einem Kräfte-Parallelogramm darstellen:

Das traumakompensatorische Schema stellt einen unbewussten Selbstheilungsprozess des Betroffenen dar, das Trauma neutralisieren zu wollen. Dies geschieht auf drei Ebenen:

Dieses Vermeidungsverhalten kann zu Phobien und Symptomen einer PTBS führen. Die therapeutische Intervention setzt an der prä;ventiven und reparativen Komponente des traumakompensatorischen Schemas dialektisch an, indem der Selbstheilungsprozess positiv weitergeführt wird. Ziel ist es, das traumakompensatorische System zu restrukturieren.

Das Traumaschema drängt zur Reproduktion des traumatischen Ereignisses in Form von Flashbacks und ist auf Dauer schwer belastend. Auf der Diagonalen des Parallelogramms lassen sich die Symptome wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Alpträume und Reizbarkeit einordnen. Beide Schemata wirken als Kräftevektoren gegeneinander, die der Betroffene dann versucht auszubalancieren.

MPTT versucht den Patienten in seinen eigenen Strategien und Möglichkeiten zu unterstützen und knüpft somit an die natürliche Selbstregulation an.



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