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Claudia Schedlich, Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Köln, Deutschland
Das Target- Gruppen-Interventions-Programm

Die wichtigsten Komponenten des Target-Gruppen-Interventions-Programms (TGIP) sind darauf gerichtet, eine PTBS zu verhindern und so früh wie möglich Risikofaktoren zu extrahieren. Um diese Risikofaktoren zu untersuchen, wurde das Kölner-Risiko-Index-Militärversion (Bundeswehr) entwickelt. Eine Version für den klinischen Alltag, die Arbeits- und Organisationspsychologie und für Peers befindet sich in der Erprobungsphase und existiert bereits für Banküberfälle.

Nach einem traumatischen Zwischenfall folgen psychologische Erste Hilfe und die Phase der Psychoedukation. In der Phase der psychologischen Ersten Hilfe werden die Personen mittels des Kölner-Risikoindex untersucht, um so Hochrisiko-gefährdete Patienten zu erfassen.

Es ergeben sich 3 verschiedene Gruppen. Es wird zielgruppenorientiert interveniert. Damit wird das Konzept, alle zu debriefen verlassen.

Die Gruppe der Selbsterholer bekommt Informationen über Hilfssysteme, die bei Auftauchen der bekannten Symptomatik (PTBS) in Anspruch genommen werden können. Die Selbsterholer werden im Laufe der Zeit mit den eigenen Potentialen und Ressourcen das Trauma verarbeiten.

Die Wechselgruppe bekommt ebenfalls Informationen über Hilfssysteme. Sie ist ebenfalls wie die Selbstheilungsgruppe in der Lage, das Trauma zu verarbeiten, ist aber durch weitere postexpositorische Faktoren gefährdet (weitere negative Konsequenzen- z.B. kein sicheres soziales Netz). Empfehlungen werden durch eine psychologische Nachbehandlung, psychologische Diagnostik und wenn sie benötigt wird, durch eine Traumatherapie ergänzt.

Die Hochrisikopatienten erhalten individuelle Guidelines zur Selbsthilfe und nach erfolgter psychotraumatologischer Diagnostik eine Traumatherapie. In der Zusammenfassung hat das Schedule des Target-Gruppen-Interventions-Programms folgendes Ziel: "eine notwendige Intervention ist wichtig, eine kleine Intervention ist möglich."

Eine grafische Darstellung der Interventionsmaßnahmen gemäß dem ZGO-Konzept (Zielgruppenorientierung) finden Sie unter www.ikpp-bundeswehr.de.



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