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Hildebrand, Anja, Grand, David & Stemmler, Mark

Zur Wirksamkeit von Brainspotting - Ein neues Therapieverfahren zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (2015)

erschienen in: Trauma - Zeitschrift für Psychotraumatologie und ihre Anwendungen, Jg. 13, Heft 1, S. 84 - 92.

Abstract (Stephanie Neutzner):

In der Vorstudie wurde die Wirksamkeit von Brainspotting für die Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen getestet. Nach einer Einschätzung der Therapeutinnen und Therapeuten war bei einem Großteil der Klienten und Klientinnen eine Verbesserung der Symptomatik sichtbar und die Patientengruppe berichtete im Selbstbericht, dass die emotionale Belastung durch negative traumabezogene Kognitionen abnahm.

Bei der Vorstudie handelt es sich um eine multizentrische Längsschnittstudie, die in den USA und in Deutschland mit insgesamt 22 Probanden durchgeführt wurde. Die Behandlung sowie die Datenerhebung wurden von sieben erfahrenen Traumatherapeuten und -therapeutinnen durchgeführt. Zur Gestaltung der drei Brainspotting-Therapiesitzungen wurde ein standardisiertes Protokoll verwendet. Die Datenerhebung erfolgte vor der ersten und nach der dritten Therapiesitzung. Nach einer ausführlichen Anamnese bzw. den probatorischen Sitzungen wurde bei den Probanden die von David Grand entwickelte Therapiemethode "Brainspotting" angewendet.

Das Ziel dieses Verfahrens ist die vollständige Auflösung blockierter Erregung im Gehirn und Körper, die oft auf traumatische Erfahrungen zurückgeht.

Es wurden Daten zur PTBS und dem Schweregrad der PTBS-Symptomatik, zu zusätzlichen psychischen Beeinträchtigungen und der Grad der emotionalen Belastung bzw. der subjektiven Schmerzhaftigkeit, die mit dem Traumaerlebnis verbunden ist, erhoben.

Für alle drei Bereiche der PTBS-Symptomatik (Wiedererleben, Vermeidung, Hyperarousal) wurde eine signifikante Verbesserung vom Prä- zum Posttest gefunden. Auch die Werte für Angst und Depression nahmen vom Prä- zum Posttest ab. Bei über 90% der Klienten stellte sich, nach Einschätzung des Therapeuten, nach drei Sitzungen eine mittlere bzw. signifikante Verbesserung ein. Ebenso nahm, nach Aussagen der Klienten, der Grad der emotionalen Belastung von der ersten zur dritten Sitzung signifikant ab.

Die Studie enthält noch einige methodische Schwierigkeiten, wie die kleine Stichprobengröße, die Beschränkung auf die Untersuchung der Kurzzeiteffekte von Brainspotting und das Fehlen einer adäquaten Vergleichsgruppe. Dennoch weisen die Ergebnisse dieser Studie auf positive Effekte von Brainspotting bei der Behandlung von PTBS hin. Besonders wegen der erkennbaren Verbesserungen schon nach kurzer Interventionszeit, könnte Brainspotting eine Alternative zu herkömmlichen Therapieformen darstellen.



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