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Bericht vom Absolvententag des Instituts für Traumatherapie Oliver Schubbe am 24. Juni 2011

Referentinnen und Referenten:
Ulrike Bross-Kurat, Dr. rer. medic. Michael Dobe, Claudia Erdmann, Tomris Grisard, Gabriele Kahn, Oliver Schubbe

Zuerst gab Claudia Erdmann einen zusammenfassenden Bericht von der 12. EMDR-Konferenz in Wien. Hellen Hornsveld von der Universität Utrecht (H.K.Hornsveld@uu.nl) zog aus ihrer Forschung über die Wirkung von EMDR auf das Arbeitsgedächtnis erste Schlussfolgerungen für die Praxis: Die bilaterale Augenstimulation sollte Tapping oder akustischer Stimulation vorgezogen werden, es sei denn, die Augenbewegungen sind zu belastend. Zum Verankern des Sicheren Ortes und zur Ressourceninstallation sollten keine Augenbewegungen verwendet werden. Die Arbeitsgedächtnis-Hypothese liefert außerdem eine Begründung zum Einsatz von EMDR bei nicht-traumatischen Erinnerungen. Außerdem sei der Vortrag der französischen Psychologin Isabelle Meignant sehr interessant gewesen, sie verbindet systemische Paartherapie mit EMDR (CD erhältlich über www.conventionmedia.net). Die nächste EMDR-Konferenz findet am 15.-17. Juni 2012 in Madrid statt.

Das Innere-Kinder-Retten (Gabriele Kahn)

Diese sanfte und auf Teilearbeit basierende Methode der Traumaverarbeitung ist besonders bei Komplextraumatisierung indiziert. In ihrem Vortrag ging sie auf die Rolle von Täterkontakt und Mittäterkontakt ein und erklärte, warum Mittäterkontakt auch dann die Verarbeitung traumatischer Erfahrungen verhindern kann, wenn keinerlei Übergriffe mehr erfolgen - durch die Abspaltung der dem Mittäter geltenden Aggression. Gabriele Kahn vermittelt die von ihr entwickelte Methode am 07./08.01.12 in Berlin: Flyer

Altlasten über Bord werfen - Traumabehandlung bei älteren Menschen (Tomris Grisard)

Ausgehend von der im Vergleich zu anderen Ländern und Altersgruppen sehr hohen PTBS-Prävalenz bei älteren Menschen in Deutschland und dem entsprechendem Versorgungsnotstand entwickelte Tomris Grisard ein Vor-Ort-Kurzzeittherapiekonzept über 8-12 Sitzungen und überprüfte dieses mit dem IES-R Prä-/Posttest. Ihr gleichnamiges Seminar findet am 21./22.04.12 in Berlin statt: Flyer

Resource Brainspotting (Oliver Schubbe)

David Grand entwickelt das von ihm begründete Brainspotting regelmäßig weiter. Diesmal kommt die wichtigste Neuerung von Lisa Schwarz, einer mit ihm eng zusammenarbeitenden Kollegin. Mit Hilfe von Körperressourcenspot, Bindungs-Brainspot, Wesenskern-Brainspot u.a. wird eine Ressourcenkonstellation geschaffen, die sich insbesondere auch zur Behandlung vorgeburtlicher, früher und komplexer Traumatisierungen und bei komplizierten Trauerreaktionen eignet. Lisa Schwarz kommt am 04.-06.11.11 nach Berlin: Flyer

Einblicke in die körperorientierte Traumatherapie Somatic Experiencing (Ulrike Bross-Kurat)

Brainspotting basiert zum Teil auf dem Somatic Experiencing. Ulrike Bross-Kurat erinnerte an die drei Grundtechniken nach Peter Levine:
1. Titration - schrittweises Hinspüren und Verlangsamen des Prozesses
2. Biologische Komplettierung der unvollständigen Stressreaktion
3. Pendeln zwischen Traumawirbel und Gegenwirbel

Trauma in Bewegung - Yoga und Trauma (Claudia Erdmann)

Sie führte mit den Teilnehmern eine Yogaübung durch, die sie selbst entwickelt hat und seit einigen Monaten in ihrer Praxis testet. Im September soll die Beschreibung dieser Übung in einem Artikel erscheinen, den Sie bei ihr per E-Mail unter cl.erdmann@web.de anfordern können. In ihrer Rolle als Yogalehrerin und Traumatherapeutin berichtete sie von den sehr zahlreichen Kombinations- und Verbindungsmöglichkeiten von Traumatherapie, Yoga und Sport. Seit sie ihre Klienten zu regelmäßiger sportlicher Aktivität motiviere, würden ihre Klienten auf die traumatherapeutische Behandlung wesentlich besser ansprechen.

Schmerz, Angst und Trauma bei Kindern (Dr. rer. medic. Michael Dobe)

Kindern mit chronischen Schmerzen kann mit der von Michael Dobe entwickelten Methode der Schmerzprovokation wirksam geholfen werden. Diese Methode beginnt damit, die Angst vor dem Schmerz zu reduzieren, und bilaterale Stimulation wird optional eingesetzt. Bei ausreichender Stabilität können belastende Erinnerungen mitbehandelt werden. Sie reduziert die Angstsensitivität, steigert die Selbstwirksamkeit und reduziert die Angst vor Schmerzen. Michael Dobe lehrt die Methode der Schmerzprovokation am 24./25.09.11 in Berlin: Flyer

Zum Abschluss des Tages vergnügten sich die Teilnehmer beim Improvisationstheater mit dem Playback Theater Berlin (www.playback-theater-berlin.de).



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